Führen substanzinduzierte Psychosen zu ähnlichen kognitiven Beeinträchtigungen wie Schizophrenie?

Führen substanzinduzierte Psychosen zu ähnlichen kognitiven Beeinträchtigungen wie Schizophrenie?

Führen substanzinduzierte Psychosen zu ähnlichen kognitiven Beeinträchtigungen wie Schizophrenie?

Weltweit haben im Jahr 2021 über 296 Millionen Menschen Drogen konsumiert, was einem Anstieg von 23 % innerhalb von zehn Jahren entspricht. Unter ihnen entwickelt eine wachsende Zahl psychotische Störungen, die direkt mit diesem Konsum zusammenhängen. Diese Psychosen, oft durch Cannabis, Amphetamine oder den Missbrauch mehrerer Substanzen ausgelöst, werfen eine entscheidende Frage auf: Sind ihre Auswirkungen auf die intellektuellen Fähigkeiten mit denen vergleichbar, die bei Schizophrenie beobachtet werden?

Eine eingehende Analyse von 18 Studien mit 1.092 Patienten zeigt, dass die kognitiven Beeinträchtigungen bei Personen mit substanzinduzierten Psychosen insgesamt denen von Schizophrenie-Patienten ähneln. Beide Gruppen weisen vergleichbare Schwierigkeiten in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, psychomotorische Geschwindigkeit und intellektuelle Leistungsfähigkeit auf. Nur die exekutiven Funktionen, die Planung, Organisation und Regulierung von Handlungen ermöglichen, zeigen einen leichten Unterschied. Menschen mit substanzinduzierten Psychosen scheinen in diesem Bereich tatsächlich etwas weniger betroffen zu sein als solche, die an Schizophrenie leiden.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Schwere der Folgen des Substanzkonsums für das Gehirn. Substanzinduzierte Psychosen sind keine harmlosen Episoden: Sie können zu anhaltenden kognitiven Störungen führen, die mit denen einer schweren psychiatrischen Erkrankung wie Schizophrenie vergleichbar sind. Diese Ähnlichkeit lässt sich teilweise durch gemeinsame zerebrale Veränderungen erklären, die bei beiden Patientengruppen beobachtet werden.

Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Störungen bleibt eine Herausforderung für Gesundheitsfachkräfte. Eine falsche Identifizierung kann zu unangemessenen Behandlungen führen, wie etwa der langfristigen Verordnung von Antipsychotika für Patienten, deren Psychose auf Substanzkonsum zurückzuführen ist. Umgekehrt könnte eine gezielte Behandlung, die auf den Entzug und eine schrittweise Reduzierung der Medikamente abzielt, für diese Patienten besser geeignet sein.

Diese Studie unterstreicht die Dringlichkeit, substanzinduzierte Psychosen besser zu verstehen und zu behandeln. Sie erinnert auch daran, dass der Drogenkonsum – selbst gelegentlich – schwerwiegende und langfristige Auswirkungen auf das Gehirn haben kann.


Informations et sources

Référence scientifique

DOI : https://doi.org/10.1007/s11065-025-09687-1

Titre : Substance-induced Psychotic Disorders Cause Convergent Cognitive Impairment to Schizophrenia Spectrum Disorders: A meta-analysis of Comparative Studies

Revue : Neuropsychology Review

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Irena Semancikova; Filip Dechterenko; Pooja Patel; Ondrej Bezdicek

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