Können Spitzensportlerinnen Schwangerschaft und Leistung ohne Risiko vereinbaren?
Immer mehr Spitzensportlerinnen werden Mütter, während sie gleichzeitig ihre Karriere fortsetzen. Dennoch bleiben die Erkenntnisse über die Auswirkungen von intensivem Training vor, während und nach einer Schwangerschaft begrenzt und basieren oft auf veralteten Studien oder solchen, die sich auf Ausdauersportarten konzentrieren. Spitzen- und internationale Athletinnen passen ihr Training in der Regel während der gesamten Schwangerschaft an. Sie reduzieren schrittweise Intensität und Umfang, insbesondere ab dem dritten Trimester, und bevorzugen Aktivitäten mit geringer Belastung wie Schwimmen, Radfahren oder Gehen. Entgegen landläufiger Meinung scheint ein moderates Training die Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu beeinträchtigen – vorausgesetzt, bestimmte Grenzen werden eingehalten.
Die verfügbaren Studien zeigen, dass Sportlerinnen oft auch während der Schwangerschaft weiter trainieren, indem sie ihre Trainingsbelastung anpassen. Ein Training mit moderater Intensität gilt als sicher, aber das Überschreiten von 90 % der maximalen Herzfrequenz könnte die Reaktionen des Fötus beeinträchtigen. Die Sportlerinnen kehren in der Regel kurz nach der Entbindung zum Training zurück, wobei sie schrittweise wieder einsteigen. Ihre Erholung hängt von vielen Faktoren ab, wie Stillen, Trainingsumfang während und nach der Schwangerschaft sowie ihrer anfänglichen körperlichen Verfassung. Manche schaffen es sogar, ihr vorheriges Leistungsniveau wiederzuerlangen oder sogar zu übertreffen.
Auf psychologischer Ebene ist diese Phase mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Die Athletinnen müssen Stress, Identitätskonflikte und den Mangel an auf ihre Situation zugeschnittenen Richtlinien bewältigen. Der Übergang zur Mutterschaft kann Ängste und Selbstzweifel auslösen, insbesondere angesichts gesellschaftlicher Erwartungen und des Karriere-Drucks. Dennoch beschreiben viele diese Erfahrung auch als Quelle neuer Motivation und Ausgeglichenheit.
Die Geburtsergebnisse dieser Sportlerinnen sind oft mit denen der Allgemeinbevölkerung vergleichbar oder sogar besser. Es gibt keine belastbaren Beweise dafür, dass intensives Training während der Schwangerschaft zu Komplikationen führt. Allerdings reichen die Daten nicht aus, um präzise Empfehlungen zu geben, insbesondere für Sportarten außerhalb des Ausdauerbereichs.
Die Athletinnen betonen den Bedarf an individueller Unterstützung, sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene. Sie fordern vielfältigere Forschung, die verschiedene Sportarten und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen einbezieht, um die notwendigen Anpassungen besser zu verstehen. Das Ziel ist es, angepasste Protokolle zu entwickeln, die es ermöglichen, sportliche Leistung und Mutterschaft sicher zu vereinbaren.
Informations et sources
Référence scientifique
DOI : https://doi.org/10.1186/s40798-026-01000-5
Titre : Elite and Sub-elite Athletes and Pregnancy: Training, Performance, Health and Psychological Aspects Across the Pre-, Peri-, and Postnatal Stages: A Scoping Review
Revue : Sports Medicine – Open
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Jana Nolte; Isabell Thal; Emily Büthe; Susanne Weber; Petra Platen; Kirsten Legerlotz