Warum Schlaflosigkeit und Schlafapnoe häufig gemeinsam auftreten und welche Auswirkungen sie haben
Die Kombination aus chronischer Schlaflosigkeit und obstruktiver Schlafapnoe bildet eine komplexe Störung, die als COMISA bezeichnet wird. Diese Erkrankung betrifft etwa 30 % der Allgemeinbevölkerung, mit einer höheren Häufigkeit bei den 18- bis 40-Jährigen und in Europa. Betroffene weisen einen höheren Apnoe-Hypopnoe-Index auf, eine niedrigere Sauerstoffsättigung während der Nacht, häufigeres nächtliches Aufwachen und eine beeinträchtigte Schlafqualität. Ihr Schlaf ist weniger erholsam, das Einschlafen dauert länger und die Tiefschlafphasen sind oft reduziert.
Der zugrundeliegende Mechanismus beruht auf einer Wechselwirkung zwischen den beiden Störungen. Schlafapnoe führt zu wiederholten Mikroaufwachreaktionen, um die Atmung wiederherzustellen, was eine Erhaltungsinsomnie auslösen oder verschlimmern kann. Umgekehrt macht Schlaflosigkeit, indem sie den Wachheitszustand des Gehirns erhöht, die Atemwege instabiler und begünstigt Apnoen. Dieser Teufelskreis erhält sich selbst aufrecht und verschlechtert die Schlafstruktur. Die Wachphasen sind länger und häufiger, und die subjektive Wahrnehmung der Schlafqualität ist oft schlechter, als objektive Untersuchungen zeigen.
Die Folgen beschränken sich nicht auf Tagesmüdigkeit. Menschen mit COMISA leiden häufiger unter psychiatrischen Störungen wie Angst oder Depression. Ihr durchschnittlicher Body-Mass-Index ist oft erhöht, was beide Erkrankungen verschlimmern kann. Die klassischen Behandlungen der Schlafapnoe, wie die kontinuierliche Überdruckbeatmung, sind weniger wirksam, wenn die Schlaflosigkeit nicht parallel behandelt wird. Ein Ansatz, der kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit und das Management der Schlafapnoe kombiniert, ist daher entscheidend, um diesen Kreislauf zu durchbrechen und die allgemeine Gesundheit zu verbessern. Die Prävalenz variiert je nach Region, mit höheren Raten in Europa, was auf genetische, kulturelle oder umweltbedingte Einflüsse hindeutet. Eine personalisierte und integrierte Behandlung bleibt der Schlüssel, um die mit dieser Komorbidität verbundenen Risiken zu verringern.
Informations et sources
Référence scientifique
DOI : https://doi.org/10.1007/s11325-026-03631-0
Titre : Physiopathological correlations of comorbid insomnia and sleep apnoea (comisa) – a systematic review and meta-analysis
Revue : Sleep and Breathing
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Ervin Cotrik; Janete Hernandes; Viviane Castro; Edilson Zancanella